Juni 2017

Der Fahrplanwechsel Ende Mai brachte einige Verbesserungen auf den Strecken von Tallinn nach Pärnu und Viljandi mit sich. Pärnu wird nun 3-mal täglich angefahren, Viljandi 5-mal. Bei der Reiseplanung sollte man auch immer die aktuellen Baumaßnahmen berücksichtigen, die es derzeit auf den Strecken nach Tartu reichlich gibt. ++++++ Wie im Gästebuch bereits beschrieben, wird der Obus-Verkehr in Tallinn immer weiter zurückgefahren. Obwohl sich die Obus-Technik in jahrzehntelanger Erfahrung bewährte und die ökologischen und ökonomischen Vorteile von Hybrid- (oder auch E-) Bussen eher unklar sind, scheint man in Tallinn keine Zukunft mit dem O-Bus zu planen.

Januar 2017

Elron vermeldet rückblickend auf das Jahr 2016 einen Anstieg der Fahrgastzahlen um etwa 3% und betont, dass die Fahrpreise zum Jahreswechsel nicht steigen. Der Fahrplanwechsel im Dezember brachte einige Fahrtenpaare mehr auf der innerstädtischen Strecke zwischen Tallinn-Balti Jaam und Pääsküla. Auch die Strecke von Tartu nach Tallinn wird gestärkt. Die Fahrplanlücke am Mittag wird geschlossen und zu dieser Zeit ein zusätzlicher Express-Zug eingesetzt. Nach den beendeten Baumaßnahmen reduziert sich die Fahrzeit zwischen Tartu und Tallinn nun auf knapp unter zwei Stunden.

November 2016

Die Lage bei der Straßenbahn in Tallinn: Die neuen CAF-Straßenbahnen (20 Stück) sind nun komplett ausgeliefert. Im August begannen die Bauarbeiten für die Verlängerung der Linie 4 vom Bahnhaltepunkt Ülemiste bis zum Flughafen. Die Fertigstellung wird bereits für Ende 2017 erwartet. Darüber hinaus werden derzeit mehrere Strecken erneuert, so dass mit Sperrungen und Ausfällen zu rechnen ist. +++++ Anbei noch zwei Fotos aus dem Sommer. Das Übrigbleibsel der Schmalspurbahn von von Sonda nach Mustvee, die von 1926 bis 1972 vor allem für den Holztransport in Betrieb war. Es überrascht doch sehr, auf der Autofahrt durch die estnische Weite diese Bahn zu erblicken. Die grasbedeckte, 130 m kurze Gleisstrecke, die auf Anfrage noch für den Museumsbetrieb genutzt wird, lässt ein wenig schmunzeln.




Mai 2016

Die Reisezeit ist da! Hier einige Tipps für Eisenbahnfreunde, die in diesem Sommer in Estland unterwegs sind:

Estnisches Eisenbahnmuseum Haapsalu. Ausgerechnet in einer Stadt, die heute nicht mehr mit der Bahn erreichbar ist. www.salm.ee/muuseumid/raudtee-ja-sidemuuseum/

Estnische Museumsbahn Lavassaare (bei Pärnu): Museum über Schmalspurbahnen in Estland, von Juni bis September verkehren samstags/sonntags auf 2 km Strecke Museumsbahnen. www.museumrailway.ee

Schmalspurbahn Avinurme (bei Mustvee), ein winziges Übrigbleibsel (178 m!) der Strecke Sonda-Mustvee. Fährt laut Homepage von Mai bis Oktober bei schönem Wetter. http://puiduait.ee/en/muuseumrong 

Die Insel Naissaar war einst eine sowjetische Militärbasis mit einem ausgedehnten Schmalspurnetz. 4,5 km davon können heute noch befahren werden. Die Insel ist planmäßig nur mit einem Dampfschiff und Exkursionen erreichbar. Letztere beinhalten laut Veranstalter (www.tallinn-cruises.com) auch eine Fahrt mit einer TU6A-Diesellok.

März 2016

Elron meldet, dass im Jahr 2015 die Zahl der Fahrgäste um satte 12% gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Sicherlich hat der Einsatz der neuen Fahrzeuge und die recht geringe Bautätigkeit in diesem Jahr auch zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen. +++++ Im Februar wurden die Fahrpreise um durchschnittlich 5% angehoben. Diesbezüglich sei auch noch mal angemerkt, dass man in Estland Fahrkarten üblicherweise direkt im Zug erwirbt. Mit der "Sõidukaart", einer Guthabenkarten, die man an den Elron-Schaltern (z.B. am Balti Jaam) kaufen kann, erhält man 10% Ermäßigung. Der Fahrkartenkauf im Internet bietet sich an, wenn man 1. Klasse fahren und Sitzplätze dafür reservieren möchte. +++++ Einige Bauarbeiten auf den Strecken nach Rapla und Tartu erfordern im April Zugausfälle bzw. Ersatzverkehre.

Dezember 2015

Um 6,5% baut das estnische Bahnunternehmen Elron das Angebot zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember aus. Freuen dürfen sich dabei vor allem die Kunden in Richtung Narva: Drei (statt bisher zwei) Züge verbinden Tallinn mit Narva nun jeden Tag, gleichmäßig auf die Tageszeiten verteilt. Auch nach Tartu und Rapla verkehrt künftig jeweils ein Zug mehr. Nach Pärnu und Türi wurde hingegen jeweils eine Fahrt gestrichen. Allerdings kündigt Elron an, im Sommer das Angebot nach Pärnu wieder um eine Fahrt zu erweitern. Der Nahverkehr mit den Elektrozügen rund um Tallinn bleibt stabil, nach Keila gibt es eine Fahrt mehr. Ein Überblick über das aktuelle Verkehrsangebot findet sich auf den Karten weiter rechts auf dieser Seite.

Oktober 2015

Ein Blick auf die Straßenbahn in Tallinn: Im September endete die Ausschreibungsfrist für den Bau der rund 2 km langen Zweigstrecke von der Peterburi Tee (Petersbuger Straße) zum Flughafen. Das Projekt ist auf 20 Millionen Euro veranschlagt und wird mit EU-Mitteln gefördert. Sollte die Strecke in einigen Jahren Realität werden, dann verbindet die Straßenbahn den Flughafen mit der Innenstadt, dem Hafen und Bahnhof. Es wird der erste Ausbau der Straßenbahn in Tallinn seit der Unabhängigkeit Estlands. Derzeit ist das Streckennetz beschauliche 19 km lang.

September 2015

Genauso unvermittelt wie die Züge nach Moskau und St. Petersburg im Frühjahr vom Fahrplan verschwanden, wurde bereits im Juli die Verbindung wieder reaktiviert, allerdings in modifizierter Form. Nunmehr verkehrt täglich ein Zug von Tallinn über St. Petersburg (7,5 Stunden Fahrzeit) bis nach Moskau (19 Stunden Fahrzeit). Der in Rakvere beobachtete Zug (siehe Fotos) fuhr mit estnischer Lok und vier russischen Reisewagen. +++++ Eine Ausstellung ("Kui rong tuli! - "Als der Zug [nach Tartu] kam!") im historischen Wartesaal des Bahnhofs Tartu gibt derzeit Einblick in einige Facetten der estnischen Eisenbahngeschichte. Die Schautafeln sind zwar weitestgehend auf Estnisch - wer aber dennoch mal einen Blick darauf werfen will, kann das hier tun.



Juni 2015

Recht plötzlich und unvermittelt stellte das Unternehmen GoRail im Mai die Zugverbindungen zwischen Tallinn und St. Petersburg/Moskau ein. Die Ankündigung dazu erfolgte etwa einen Monat zuvor, im April. Begründet wurde die Einstellung mit der schwierigen wirtschaftlich-politischen Lage zwischen der EU und Russland. Die Zahl der Touristen aus Russland sei gravierend gesunken. GoRail gibt sich optimistisch, dass die Einstellung der Verbindung vorübergehend sei. Nach Überwindung der Krise wolle man den Betrieb wieder aufnehmen. (Vielen Dank an dieser Stelle an Klaus S. für seinen Hinweis im Gästebuch!)